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Lebensgefühl-Messe 2018

Hier können Sie die Beilage Lebensgefühl-Messe 2017 durchblättern
Erschienen am 22.11.2017


Erschienen am 11.10.2017

Bauen & Wohnen


Erschienen am 5.7.2017

Ausbildungsbetriebe stellen sich vor

Erschienen am 29.09.2016

Aktiva-Messe 2016

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Immer wieder hoch hinaus

Messe CMT: Kreis Esslingen ist gut vertreten  – Klassische Themen Wandern, Biken, Kultur und Genuss – Neu: barrierearme Angebote

  

  

Wie in jedem Jahr stellt   sich der Landkreis Esslingen als vielfältige und attraktive Region in Halle 6  auf der Messe CMT auf den Fildern vor. Unterschiedliche Freizeitangebote sollen sowohl Einheimische  als auch Touristen in die Region zwischen Alb, Filder und Schurwald locken.

Offenbar haben die Charmeoffensiven aus den vergangenen Jahren Früchte getragen. Die Besucherzahlen bewegen sich auf hohem Niveau, wie Landrat Heinz Eininger anmerkte. 1,4  Millionen Übernachtungen sind zwischen Januar und November im Kreisgebiet registriert worden  – was eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr bedeutet. Neben  Menschen, die beruflich im  Kreis  bleiben, locken die klassischen Touristikthemen wie Wandern, Biken, Kultur und Genuss Besucher von außerhalb.

Städte, Gemeinden, Tourismusvereine haben sich auf der CMT unter dem Dach der Region Stuttgart Marketing  oder aber unter dem Dach der Schwäbischen Alb Tourismus angesiedelt und warten mit neuen Angeboten auf: Esslingen wirbt mit neuen Führungen und der Veranstaltung „Stadt im Fluss“, die im Zwei-Jahres-Rhythmus in diesem Jahr wieder an der Reihe ist.

Auch Plochingen hat an seinen Führungen gearbeitet und sie ausgeweitet. Neu ist eine barrierefreie Führung mit der WEK  unter dem Motto „Plochingen einmal anders“.  Sehr präsent ist das Hundertwasserhaus, es erscheint auf Broschüren und künstlerisch gestalteten Postkarten, die das Kulturamt auflegt und auslegt.

In Kirchheim können unter anderem Lügen-Führungen als neue Varianten gebucht werden: Die Teilnehmer entscheiden per App, ob der Guide die Wahrheit sagt oder Lügen erzählt. Außerdem weisen die Kirchheimer auf das Landesfest des Schwäbischen Albvereins am 9. und 10. Juni hin.

Auch  Nürtingen wartet mit neuen Führungen,  neuen Broschüren und  witzig gestalteten Postkarten auf.

Filderstadt wirbt mit dem Bad Filderado und seinen  Veranstaltungen in der Festhalle Filharmonie. Unter dem Dach der Schwäbischen Alb Tourismus laden etliche Städte und Gemeinden im Albvorland ein: Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie die Therme Beuren oder das Freilichtmuseum sowie die Weingärtnergenossenschaft Hohenneuffen-Teck, die Burg Hohenneuffen und das Schwäbische Streuobstwiesenparadies. Das Freilichtmuseum widmet einige Veranstaltungen dem Thema Genuss mit heimischen Produkten,  zum Beispiel bei der Aktion „Feuer und Flamme  – Kochen in den historischen Küchen“. Den Gärten widmet das Museum einen Schwerpunkt mit der Pflanzung alter Sorten. Auch der Oldtimertreff und der Ziegentag stehen wieder auf dem Programm.  Ganz neu ist das Projekt „hochgehberge“,  ein   Produkt der Landkreise Esslingen und Reutlingen, des Biosphärengebiets, der Tourismusgemeinschaft „Mythos Alb“ sowie von 18 Kommunen. Der Slogan lautet „Hoch gehen um runter zu kommen“; das neue Projekt soll die Menschen zum Wandern in einer abwechslungsreichen  Landschaft animieren.

Der Startschuss für „hochgehberge“ fällt am  9. September, wenn die ersten der 21 Prädikatswanderwege auf der Mittleren Alb, dem Albtrauf und im Biosphärengebiet eröffnet werden. Darüber informiert ein neuer Flyer.

Neu sind  Angebote für E-Biker. Für die Geübten unter ihnen gibt es eine fünftägige Tour unter  dem Motto „Wald, Wein, Weitblick“. Tanja Gems vom Landratsamt stellte die neue Broschüre dazu vor.

Ein weiterer Schwerpunkt sind barrierefreie Führungen für seh-, geh- oder höreingeschränkte Teilnehmer. Zu allen Angeboten liegen aktuelle Flyer aus.
bob / Fotos: bob

 

Info: Die CMT dauert bis  21. Januar. Der Landkreis und die Schwäbische Alb sind in Halle 6 vertreten. Mehr: www.messe-stuttgart.de//cmt

Crossover aus den USA

Motto „Amerika“ beim Festival Tonart in Esslingen vom 18. Januar bis 25. Februar

Alle zwei Jahre organisiert der Verein Tonart Esslingen ein Festival neuer Musik. In diesem Jahr ist es wieder so weit: Am 18.  Januar beginnt die Reihe  mit den elf Veranstaltungen, die dieses Mal unter der Überschrift „Amerika“ steht.

Amerika ist seit Langem der Impulsgeber für Bewegungen und Innovationen in  Kunst und Kultur, speziell in der Musik. Blues, Rock und Jazz haben ihre Wurzeln   in Amerika,  gleichzeitig sind die USA seit der Wahl Trumps zum Präsidenten  verstärkt in den Fokus gerückt. Für Albrecht Imbescheid und seine Mitstreiter beim Verein Tonart Grund genug, das Phänomen Amerika zur Klammer für die Konzerte, Filme und Tanzveranstaltungen auszuwählen. Für die Kulturszene  in Esslingen bedeutet die „Tonart“ auch immer eine Art Klammer: Die Veranstaltungen werden von verschiedenen Kultureinrichtungen  der Stadt getragen und organisiert.

Beim Festival wird überwiegend Musik aus den vergangenen 50 Jahren präsentiert, wovon einiges hierzulande bekannt, anderes jedoch neu  ist. Zum Start   am Donnerstag, 18. Januar, 20 Uhr, interpretieren im Kulturzentrum  Dieselstraße Instrumental- und Vokalsolisten sowie Tänzer amerikanische  Komponisten wie Cage oder Reich. Am 21. Januar, 18 Uhr, heißt es in der Dieselstraße bei einem Schlagzeugkonzert dann „Amercan Affairs“.

Ebenfalls in die Dieselstraße lädt Stefan Litwin am 27. Januar, 20 Uhr, zum Klavierkonzert. Die  Junge Süddeutsche Philharmonie (JSPE) gastiert im Rahmen eines Neujahrskonzerts am 28. Januar, 18 Uhr,  unter dem Titel „JSPE goes Broadway“ im Neckar Forum. „Rothko Chapel – Variations on America 1“ rückt  die bekannte interreligiöse Kapelle aus Houston am 3. Februar, 19.30 Uhr,  in den Fokus. Morton Feldmanns Stück, das er für seinen Freund, den Maler Mark Rothko, geschrieben hat, wird  in der Stadtkirche  St. Dionys interpretiert.

„Whiplash“, ein vielfach ausgezeichneter Film über einen Jazzmusiker, läuft am 4. Februar, 11 Uhr, im Kommunalen Kino. „Voice of America“ am 9. Februar, 19.30 Uhr,  lässt die Musik der Ureinwohner im Münster St. Paul lebendig werden. Die Performance am   Samstag, 10. Februar, 20 Uhr, in der Villa Nagel in der Ebershaldenstraße 31,  widmet sich  dem Beatboxen. Bei „Road Movies – Variations on America 2“ am 18. Februar, 18 Uhr, führt im evangelischen Gemeindehaus am Blarerplatz eine Klangkollage quer durch die Staaten und durch zum Teil unerhörte Klangwelten. Stücke  von Frank Zappa sind  unter anderem am 22. Februar, 20 Uhr, bei „Dream Collector –  Yellow String Quartett“ in der Dieselstraße zu hören. Den Schluss macht „A Scene in Singing: Amercan Voices“ am 25. Februar, 11 Uhr, in der Villa Nagel. bob / Foto: Tonart

 

Info: Karten  kosten zwischen 8 und 25 Euro (Eintritt in den Kirchen frei), es gibt sie   an den bekannten Vorverkaufsstellen und unter tonart-esslingen@t-online.de.

Träume und Glaube

Werke von Marc Chagall und Ernst Fuchs in der Kreuzkirche Nürtingen

Seit mehr als zehn Jahren organisiert die Stadt Nürtingen jährlich eine Ausstellung mit Werken bedeutender Künstler. In diesem Jahr widmet sich die Ausstellung bis Sonntag, 25. Februar, in der Nürtinger Kreuzkirche dem grafischen Werk von Marc Chagall und Ernst Fuchs.
„Auf den Spuren der Träume und des Glaubens“ lautet der Titel der diesjährigen Kunstausstellung in der Kreuzkirche. Insgesamt 155 Werke der Künstler Marc Chagall und Ernst Fuchs, überwiegend Lithografien und Radierungen aus verschiedenen Schaffensperioden, sind dort bis zum 25. Februar zu sehen. „Beide Künstler haben sich intensiv mit dem Glauben auseinandergesetzt“, erläutert die Galeristin Brigitte Kuder-Broß, die die Ausstellung kuratiert. Chagall (1887 bis 1985) und Fuchs (1930 bis 2015) waren jüdischer Abstammung. Während Chagall im Jahr 1941 von Südfrankreich aus in die USA emigrierte, ließ sich Fuchs im Alter von zwölf Jahren christlich taufen, um der Verfolgung zu entgehen. Die Auseinandersetzung damit zieht sich durch das Lebenswerk beider Künstler, auch wenn sie sich ganz unterschiedlicher Stilmittel bedienen. Während Chagall in seinen Werken eine träumerische und farbenfrohe Übersetzung seiner Sicht der Wirklichkeit leistet, findet sich in Fuchs’ Werk viel Gegenständliches in zeichnerisch exakter Strenge und doch angesiedelt an der Grenze zwischen Realität und Vision. „Fuchs war mit Dalí befreundet und soll einmal gesagt haben, dass er schon Surrealist war, bevor er wusste, dass es Surrealisten gibt“, sagt Brigitte Kuder-Broß.
Wie Nürtingens Oberbürgermeister Otmar Heirich erklärt, fügen sich diese Parallelen im Werk unterschiedlicher Künstler in das Nürtinger Konzept der Doppelausstellung. „So können wir unterschiedlichen Besucherinteressen nachkommen“, sagt er und verweist auf bisherige Doppelausstellungen von Udo Lindenberg und Janosch oder Joan Miró und Salvador Dalí. „Das Konzept hat uns eine stetige Aufwärtsentwicklung bei den Besucherzahlen beschert“, sagt Heirich. Angesichts von 235 Führungen, davon 134 für Kindergärten und Schulen, die bereits zum Ausstellungsbeginn in der vergangenen Woche gebucht waren, sei von einem weiteren Aufwärtstrend auszugehen. pst / Foto: pst

Info: Ausstellung Marc Chagall/Ernst Fuchs, bis 25. Februar, dienstags bis sonntags 12 bis 18 Uhr, Kreuzkirche Nürtingen, Infos unter t 0 70 22/7 52 35, www.nuertingen.de

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Renten sinken, Armut droht. Die Deutsche Rentenversicherung
will eine Alterssicherungspflicht für Selbstständige. Richtig so?

Foto: dpa

Pflichtversicherung?

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Letzte Wünsche wagen

Neuer „Wünschewagen“ des Arbeiter-Samariter-Bundes in Ludwigsburg ist ein Angebot an Schwerstkranke in ganz Württemberg

In der Zeit der Trauer und des Abschiednehmens Glücksmomente bescheren: Das möchte der Wünschewagen. Mit dem besonderen Krankentransporter erfüllen der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und seine Ehrenamtlichen schwerstkranken Menschen letzte Wünsche. Im November wurde ein neues Fahrzeug eingeweiht, das vom Standort Ludwigsburg aus in ganz Württemberg eingesetzt wird.

Es ist ein Krankentransportwagen, aber ein besonderer: Der Wünschewagen verfügt über eine notfallmedizinische Ausstattung für alle Fälle, spezielle Stoßdämpfer und eine Liege für den Transport. Allerdings sind die medizinischen Geräte in Fächern unsichtbar verstaut, ein bequemer Sitzplatz für mitfahrende Angehörige steht bereit und die großen Glasfenster bieten auch Liegenden den Ausblick auf die Umgebung. Farbe, Lichtkonzept und verschiedene weitere Details bis hin zum ASB-Teddybär sind weit weg vom üblichen sterilen Krankentransport, den die meisten Mitfahrenden schon allzu oft erlebt haben dürften.

Der Wünschewagen ist für Menschen da, die unheilbar krank und dem Tod nahe sind. Manche möchten sich einen Lebenstraum erfüllen, andere wollen noch einmal zum Lieblingsverein ins Stadion oder bei einem Familientreffen dabei sein. Doch selbst kleinere Unternehmungen werden zur großen Hürde, wenn ein Liegendtransport und medizinische Betreuung notwendig sind. Hier hilft das ASB-Projekt – egal, welches Alter die Fahrgäste haben. Bedingung ist, dass sie keine lange Lebenserwartung mehr haben und dass sie sich ihren Wunsch nicht auf andere Weise erfüllen können. Jede Fahrt wird von zwei geschulten Ehrenamtlichen begleitet, darunter eine Person mit medizinischer oder pflegerischer Ausbildung.

Ende November eingeweiht, war der neue Wünschewagen gleich einige Male im Einsatz, zwei Mal kurz vor Weihnachten. Er brachte eine an Krebs erkrankte ältere Dame zum Gospelkonzert nach Stuttgart – sie hatte früher selbst gesungen und wünschte sich sehr, diese Musik und die Stimmung noch einmal live zu erleben. Und in der Weihnachtswoche begleitete das Wünschewagen-Team ein Ehepaar, das seit mehr als 60 Jahren verheiratet ist, ins Restaurant. Dort feierten die beiden mit ihrer Familie ihren Hochzeitstag. Ohne die Begleitung und die Sicherheit durch die medizinischen Helfer im Hintergrund wäre das wegen der schweren Krebserkrankung der Frau nicht möglich gewesen, sagt Projektkoordinatorin Silke Löser.

Das SWR-Fernsehen hat im November über Sabine Knapp berichtet, die sich dank  dem Wünschewagen mit einer Ballonfahrt einen Lebenstraum erfüllen konnte. „So ein Gefühl habe ich schon lange nicht mehr gehabt“, sagte die 50-Jährige, die unheilbar an Brustkrebs erkrankt ist, hoch droben in der Luft gerührt. Sie riet allen, die in einer ähnlichen Situation stecken, „nie die Wünsche, nie die Träume zu verlieren – das ist das, was einem die Kraft gibt, weiterzukämpfen“.

„Wir rücken die Menschen in ihrer ganzen Würde, in ihrer ganzen Bedürftigkeit noch einmal in den Mittelpunkt und nehmen sie nicht weg, sondern geben zurück“, sagte Sozial- und Integrationsminister Manfred Lucha. Er kam zur Einweihung des Wünschewagens nach Ludwigsburg. Die Schirmherrschaft für das Projekt übernehmen zu dürfen, empfinde er als große Ehre, unterstrich der Minister, zumal es von der Zivilgesellschaft getragen sei: Es baut auf den Einsatz der Ehrenamtlichen und auf Spendengelder. Was die Beteiligten hier leisteten, sei „eine ganz besondere Art der Hospizarbeit“.

Der Wünschewagen sei das Gegenteil einer „Satt-und-sauber-Pflege“, betonte Wilhelm Müller, Vizepräsident des ASB Deutschland. Im Jahr 2004 hatte nach dem Vorbild eines niederländischen Projekts das erste der Fahrzeuge bundesweit Fahrt aufgenommen, 2018 werden alle Bundesländer versorgt sein. Insgesamt, so Müller, seien schon rund 1000 Wünsche von schwerstkranken und pflegebedürftigen Menschen erfüllt worden.

In Ludwigsburg wurden bereits 35 Ehrenamtliche für den Einsatz mit dem Wünschewagen geschult, ein weiterer Kurs findet Anfang dieses Jahres statt. Tina Kotte, von Beruf Hebamme und seit ihrer Jugend beim DRK und in der Notfallseelsorge engagiert, gehört zum Freiwilligen-Team: „Ich finde es ein hammergutes Projekt, in einer Zeit der Krise und des Abschiedes noch mal eine ruhige und unbeschwerte Phase reinzubringen“, sagte sie. Hans-Ulrich Oppenländer, Vorsitzender des ASB in der Region Ludwigsburg, sagte bei der Einweihung, noch nie habe ihn „ein ASB-Projekt so sehr berührt“ wie dieses.

Vor dem Residenzschloss in Ludwigsburg, glänzend im Scheinwerferlicht, wurde das neue Fahrzeug für Herzenswünsche auf den Weg gebracht. Bundes- und Landesverband des ASB haben mit je 50 000 Euro den Grundstein für seine Anschaffung gelegt; komplett ausgestattet kostete es rund 120 000 Euro. Die jährlichen Betriebskosten lägen voraussichtlich bei 50 000 bis 60 000 Euro, sagte Oppenländer: Sie müssen durch Spenden gedeckt werden, damit die Erfüllung ihrer Wünsche für die Schwerstkranken kostenlos bleibt. Denn zur schlimmen Diagnose und der Ungewissheit kommt bei ihnen oft noch die finanzielle Not hinzu. Sie hoffe, dass sich viele Betroffene gemäß dem Motto „Letzte Wünsche wagen“ getrauen, ihre Träume auszusprechen, sagte die Landesvorsitzende des ASB, Sabine Wölfle.  aia / Foto: ASB

Info: Kontakt zum Wünschewagen – ob für eine Spende oder für eine Wunschanfrage – bekommt man übers Internet www.wuenschewagen.com,
unter   t 0 71 41/ 47 47-1 50 oder E-Mail: wuenschewagen@asb-ludwigsburg.com.

Isegrims Rückkehr

Wolf wird wieder heimisch – Alb als Lebensraum möglich – Sorgen bei Schäfern

Seit 150 Jahren war Canis Lupus – der Wolf – in Mitteleuropa ausgerottet, doch langsam kehren die Tiere zurück. Auch in Baden-Württemberg mehren sich die Anzeichen für ihre Existenz. Der Landkreis Esslingen gehört allerdings kaum dazu. In jedem Fall aber sei man vorbereitet und eine Gefahr gehe von den Tieren nicht aus, sagen Experten.
An die Existenz von Wolfsrudeln, Paaren und Einzeltieren in einigen ostdeutschen Bundesländern und in Niedersachsen hatten sich die Menschen gewöhnt. Nachrichten von Sichtungen einzelner wandernder Tiere und die jüngsten, durch Risse von Schafen, Rehen und Rotwild gesicherten Nachweise im Südwesten ließen jedoch aufhorchen. Wissenschaftler freuen sich, aber Schäfer und Weidetierhalter sorgen sich um die Sicherheit ihrer Herden, Spaziergänger fürchten sich vor Angriffen. Experten aus dem Landesumweltministerium ebenso wie Wissenschaftler der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg sowie Fachleute aus den landwirtschaftlichen und Naturschutzverbänden betonen, dass die Befürchtungen im Regelfall unbegründet sind.
„Wölfe sind Raubtiere, aber wie alle Wildtiere meiden sie die Menschen, denn sie wissen instinktiv, dass die größte Gefahr vom Menschen ausgeht“, beschreibt Sascha Richter, der Wildtierbeauftragte des Landkreises Esslingen. Das Land biete dem Wolf sicher einige Gebiete, in denen er ungestört leben könne. Der Landkreis gehöre nicht dazu. „Wölfe benötigen Ruhe und große Rückzugsgebiete“, sagt Richter. Dafür sei der Landkreis aber zu dicht besiedelt, zu viel Verkehr, Lärm und Freizeitaktivitäten würden die Tiere abschrecken. Anders könnte es auf der Alb aussehen, wo der Wolf wandern und sich in einigen Regionen auch dauerhaft wohlfühlen könnte.
Doch auch dort seien Ängste unbegründet. So gibt es für Weidetiere wirkungsvollen Schutz mit Wildzäunen, auch Herdenschutzhunde können eingesetzt werden. Und für Wanderer gelte die einfache Regel, Respekt vor Wildtieren zu haben und sie nicht zu stören, empfiehlt Richter. Wer auf den Wegen bleibt, werde kaum einen Wolf sehen. Anders sei es, wenn man versuche, sich quer durchs Unterholz zu schlagen. Dann könnten jedoch auch andere Tiere wie etwa Wildschweine gefährlich werden. Das Stuttgarter Umweltministerium sagt, „grundsätzlich“ gebe es keine Gefahr für Menschen, doch vorsichtshalber gibt es schon mal Verhaltensregeln aus: „Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad Wölfen begegnet, die sich nicht zurückziehen, sollte auf sich aufmerksam machen und sich langsam entfernen.“ Auf keinen Fall dürfe man Angst zeigen und etwa hastig weglaufen.
Schäfer sind nicht wirklich begeistert von der Rückkehr des Wolfs. Ein Grund: Schutzmaßnahmen wie die Wildzäune seien teuer. „Das sind Herausforderungen, die sich kein Betrieb leisten kann“, sagt Anette Wohlfahrt vom Schafzuchtverband. Zwar gibt es staatliche Hilfen, doch die seien viel zu niedrig. pst/dpa / Foto: Massanek

Abgestimmt

Derzeit sprechen Union  und SPD über eine Regierung.
Haben diese neuerlichen Sondierungsgespräche Aussicht auf Erfolg?

Foto: dpa

Aussicht auf Erfolg?

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Brücken bauen

Urlaub geschickt planen: 2018 wird ein gutes Jahr für Brückentage

Es gibt geschickte Menschen, die mit dem Blick auf den Kalender sofort sehen, welche Urlaubstage sie wann nehmen müssen, um möglichst viel Freizeit rauszuschlagen. Für diese Brückenbauer ist das Jahr 2018 ideal. Wer die Brückentage 2018 intelligent nutzt, kann seine Urlaubstage fast verdoppeln.

Aus 30 Urlaubstagen 70 freie Tage machen? Die 4-zu-9-Regel anwenden? Brückentage auf ihre Effizienz hin benoten? Im Internet gibt es zahlreiche Seiten, die Hil­festellungen beim Freischaufeln geben.

Es lohnt sich in jedem Monat genau hinzuschauen. Im Januar muss man zunächst verschmerzen, dass der  6., der Dreikönigstag,  auf einen Samstag fällt. Der Februar hat nichts Interessantes zu bieten. Aber der März: Da steht die Osterbrücke an. Wer Ende März vier Urlaubstage nimmt  und nach Ostern in der ersten Aprilwoche  nochmals vier Urlaubstage dranhängt, hat 16 Tage frei. Ähnlich erfreulich lässt sich der Übergang von April in den Mai. gestalten.  Der 1. Mai ist ein Dienstag, danach vier Tage   freinehmen und in der zweiten Woche den Feiertag Fronleichnam mit vier Urlaubstagen umgeben – das Resultat sind 16  freie Tage. Man startet den Urlaub am 28. April und arbeitet am 14. Mai wieder. Der Mai hält mit der Pfingstbrücke eine weitere  Möglichkeit bereit: Vier Urlaubstage nach dem Pfingstmontag  investiert, ergeben insgesamt neun freie Tage.

Der nächste Treffer bietet sich Ende September an. Wer  vier  Urlaubstage um den 3. Oktober gruppiert, hat eine Woche Urlaub.

Da der 1. November in  Baden-Württemberg ein Feiertag ist und auf einen Donnerstag fällt, lässt sich über einen freien Tag am Freitag ein schönes langes Wochenende herstellen.  Richtig lange Brücken lassen sich  2018 um Weihnachten und Neujahr zimmern.

Mit zwei Urlaubstagen, nämlich am 27. und am  28. Dezember,  können Arbeitnehmer  vom 22. Dezember bis zum 1. Januar elf freie Tage rausholen – eine   Weihnachtsbrücke entsteht.  Das funktioniert  nur, wenn der  Betrieb am 24. und 31. Dezember geschlossen hat. Sonsten fällt pro Tag ein halber Urlaubstag an.

Das sind die Brücken, auf die auch Firmen und öffentliche Einrichtungen steigen, so wie Schulen, die dann bewegliche Ferientage anwenden.  Verwaltungen ordnen Schließtage an. So wie beispielsweise in der Verwaltung in Ostfildern. „An den Schließtagen sind die Arbeitnehmer gehalten, Urlaub zu nehmen“, erklärt Pressesprecherin Andrea Wangner. Angestellte haben  Anspruch auf freie Tagen, um ihre Freizeit zu verlängern. Das passiert in Ostfildern dezentral in den einzelnen Abteilungen.  Voraussetzung ist, dass der  Betrieb gewährleistet ist.  bob / Foto: dpa

Weniger Belege für das Finanzamt

Steuern, Kindergeld, Rente, Streaming, Geldverkehr: Was sich im Jahr 2018 ändert

Regelmäßig kündigen sich zum Jahreswechsel gesetzliche Neuerungen an. Was sich im Jahr 2018 für Verbraucher ändert – ein Überblick:
Einkommensteuer: Der Grundfreibetrag steigt von 8820 Euro auf genau 9000 Euro. Erst ab dieser Summe müssen ledige Erwachsene ihr Einkommen versteuern. Bei Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnerschaften verdoppelt sich der Betrag auf 18 000 Euro. Der ­Kinderfreibetrag steigt um 72 Euro auf 7428 Euro.
Das Kindergeld wird um zwei Euro angehoben. Für die ersten beiden Kinder gibt es nun jeweils 194 Euro pro Monat, beim dritten Kind sind es 200 Euro, bei jedem weiteren Kind 225 Euro. Allerdings kann Kindergeld künftig nur noch für sechs Monate rückwirkend beantragt werden und nicht mehr für mehrere Jahre.
Beim Missbrauch ihrer Kreditkarte oder ihres Online-Bankings haften Verbraucher in der Regel nur noch bis zu einem Betrag von 50 Euro statt wie bisher bis 150 Euro. Eine Ausnahme gilt nur in Fällen von grober Fahrlässigkeit.
Mindestlohn: Der Mindestlohn für Pflegekräfte steigt in Westdeutschland und Berlin von 10,20 Euro auf 10,55 Euro (im Osten von 9,50 auf 10,05 Euro). Im Elektrohandwerk endet die Differenzierung in Ost und West – hier liegt die Lohnuntergrenze künftig bundesweit bei 10,95 Euro. Der branchenun­abhängige, gesetzliche Mindestlohn verharrt bei 8,84 Euro.
Lohngleichheit: Um Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen zu verringern, erhalten Beschäftigte im neuen Jahr einen individuellen Auskunftsanspruch. In Betrieben mit mehr als 200 Beschäftigten können Arbeitnehmer Informationen darüber einfordern, wie ihre Kollegen für eine gleichartige Tätigkeit bezahlt werden.
Im Wertpapiergeschäft sind Bankberater nun zu einer umfassenderen Dokumentation verpflichtet.
Krankenversicherung: Der Zusatzbeitrag, den die 54 Millionen Kassenpatienten alleine zahlen müssen, sinkt im Durchschnitt aller Krankenkassen von 1,1 auf 1,0 Prozent des Bruttolohns. Die einzelnen Kassen setzen ihren Zusatzbeitrag aber selbst fest. Die Summe kommt auf den festen Beitragssatz von 14,6 Prozent obendrauf, der je zur Hälfte von Arbeitge­ber und Arbeitnehmer gezahlt wird.
Sozialversicherung: Die Bemessungsgrenze, bis zu der Beiträge auf Arbeitsentgelt oder Rente zu zahlen sind, steigt bei der Rentenversicherung auf monatlich 6500 Euro (im Osten auf 5800 Euro). Bei der gesetzlichen Krankenversicherung steigt die bundesweit einheitliche Beitragsbemessungsgrenze auf 4425 Euro pro Monat.
Mit der Steuererklärung für das Jahr 2018 müssen keine Belege eingereicht werden. Allerdings kann der Fiskus die Unterlagen anfordern – bis zu einem Jahr nach Bekanntgabe des Bescheids. So lange müssen sämtliche Belege aufbewahrt werden.
Rente: Der Beitragssatz für die gesetzliche Rentenversicherung sinkt zum 1. Januar von 18,7 auf 18,6 Prozent. Im Juli dürfen Rentner dann mit deutlich mehr Geld rechnen. Erwartet wird ein Rentenplus von etwa drei Prozent. Wegen der schrittweisen Anhebung des Rentenalters auf 67 steigt die Altersgrenze um einen weiteren Monat. Versicherte, die 1953 geboren sind, erreichen die Regel altersgrenze mit 65 Jahren und sieben Monaten. Wer ab 2018 eine Erwerbsminde­rungsrente bezieht, wird bessergestellt. Bisher werden Betroffene bei der Rente so gestellt, als hätten sie bis zum 62. Lebensjahr gearbeitet. Diese Grenze wird nun stufenweise bis zum Jahr 2024 auf 65 Jahre angehoben.
Damit Betriebsrenten für kleine und mittlere Unternehmen attraktiver werden, können Arbeitgeber und Gewerkschaften neue Formen vereinbaren. Das Haftungsrisiko für die Arbeitgeber entfällt. Den Beschäftigten muss kein fester Betrag mehr zugesichert werden. Darüber hinaus wird den Arbeitgebern ein Steuerzuschuss gewährt, wenn sie Geringverdiener bei den Betriebsrentenbeiträgen unterstützen. Zahlungen für eine Betriebsrente werden zudem bis zu 520 Euro im Monat einkommensteuerfrei. Für die Bezieher einer Grundsicherung im Alter werden Betriebs- und Riester-Renten nicht mehr voll angerechnet.
Für Riester-Sparer steigt die Grundzulage von 154 Euro auf 175 Euro.
Hartz IV: Der Regelsatz für alleinstehende Hartz-IV-Empfänger steigt von 409 auf 416 Euro pro Monat. Bei Paaren gibt es 374 Euro pro Person – sechs Euro mehr als bisher. Die monatlichen Sätze für Kinder steigen abhängig vom Alter um drei bis fünf Euro.
Empfänger von Arbeitslosengeld können sich künftig in besonders dringenden Fällen einen Vorschuss bar an Supermarktkassen auszahlen lassen. Zu den beteiligten Supermärkten und Drogerien gehören Rewe, Penny, Real, dm und Rossmann. Bislang standen in solchen Notfällen Kassenautomaten in den Jobcentern und Arbeitsagenturen. Die Umstellung soll im zweiten Quartal 2018 beginnen und bis zum Jahresende abgeschlossen sein.
Unterhalt: Bei minderjährigen Trennungskindern steigt der Mindest­satz beim Unterhalt. Abhängig vom Alter des Kindes und dem Einkommen der Eltern erhöhen sich die monatlichen Sätze in der „Düsseldorfer Tabelle“ um sechs bis zwölf Euro. Gleichzeitig werden aber auch die Einkommensklassen reformiert, was für einige Kinder zu Einbußen führen dürfte. Beim staatlichen Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende steigen die monatlichen Sätze um bis zu fünf Euro.
Abonnenten von Streaming-Diensten wie Netflix, Sky Go oder Maxdome können ihre Abo-Dienste ab 20. März auch während des Urlaubs im EU-Ausland nutzen. Die bislang üblichen Ländersperren fallen weg. Die Regelung gilt allerdings nur bei vorübergehenden Aufenthalten im Ausland.
Alkohol: Nach 100 Jahren endet das Branntweinmonopol. Tausende kleine Obstbrennereien können keinen Rohalkohol mehr an die staatliche Monopolverwaltung verkaufen, die bislang eine Garantiesumme weit oberhalb des Marktpreises gezahlt hatte.
Mutterschutz: Auch Schülerinnen und Studentinnen können künftig Mutterschutz in Anspruch nehmen.
Der 500-Euro-Schein dürfte noch seltener werden. Denn die Europäische Zentralbank will die Ausgabe der Scheine gegen Ende 2018 einstellen. Die im Umlauf befindlichen Banknoten bleiben aber weiter gültig.
Verkehr: Die Abgasuntersuchung bei Autos wird im neuen Jahr verschärft: Anders als bisher ist die sogenannte Endrohrmessung in jedem Fall Pflicht – auch wenn bei der elektronischen On-Board-Diagnose kein Fehler entdeckt wurde. Darüber hinaus müssen Neuwagen ab September die strengere Schadstoffklasse 6c erfüllen. Für Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 45 Kilometern pro Stunde – wie Mofas und Quads – gilt bei einer Erstzulassung ab 1. Januar die verschärfte Schadstoffnorm Euro 4. dpa / Foto: dpa

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Der VfB Stuttgart hat  Mario Gomez verpflichtet.
Glauben Sie, dass der Rückkehrer mit seinen Toren
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