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Lebensgefühl-Messe 2017

Am 30.03.2017 von 18-22 Uhr
Hier geht es zur Kunden-Info, zum Anmeldeformular und zur Beilage Lebensgefühl 2016

Ausbildungsbetriebe stellen sich vor

Erschienen am 29.09.2016

Aktiva-Messe 2016

Für weitere Infos auf das Bild klicken

Bauen & Wohnen

Erschienen am 07.07.2016

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Neueste Beiträge

Schmückt jeden Tannenbaum

Krimis, Fantasy, Kinderbücher von Autoren und Verlagen aus der Region: Lesetipps der ECHO-Redaktion

Schmückt jeden Tannenbaum

Da können selbst Lametta, Engelshaar und Strohsterne schwer mithalten: Ein Buch unter dem Weihnachtsbaum hat noch jedes Fest geschmückt. Die ECHO-Redaktion hat aus den Werken regionaler Autoren und Verlage Tipps zusammengestellt, die ihre festliche Wirkung voll entfalten.

 

2015 befasste sich Eberhard Hungerbühler, besser bekannt als Felix Huby, mit seinem Roman „Heimatjahre“ mit dem Leben Christian Ebingers, das nicht nur zufällig Gemeinsamkeiten mit der Biografie des Autors aufweist. Nun folgt mit „Lehrjahre“ der zweite Roman. Nach nur einem Jahr Zeitungsvolontariat erhält der 21-Jährige Ebinger das Angebot, eine Stelle als Lokalredakteur in Blaubeuren zu bekleiden. Der junge Mann nimmt seine Aufgabe als Journalist ernst und lässt sich nicht, im Gegensatz zu seinem Vorgänger, für die Lokalpolitik einspannen. Da sind Konflikte programmiert. Gewitzt, sprachgewandt und mit viel Lokalkolorit zeichnet Huby ein zeitgenössisches Gesellschaftsbild der 60er-Jahre, das er aus seinen eigenen Erfahrungen als Lokalredakteur speist.

Felix Huby: Lehrjahre, Klöpfer&Meyer, Tübingen

 

„Eine Entdeckungsreise für Kinder“ verspricht das reichlich illus­trierte und ansprechend gestaltete Buch, das sich ganz dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb widmet. Jura, das Albschaf, nimmt seine junge Leserschaft mit auf eine Reise, die in der Urzeit beginnt, und führt sie an besondere Orte, an denen auch heute Interessantes entdeckt werden kann. In einer einfachen und verständlichen Sprache erzählt Autor Stephan Voegeli Wissenswertes über die Geschichte, landschaftliche Besonderheiten und seltene Tiere und Pflanzen, so dass dieses Büchlein auch für geübte Erstleser bestens geeignet ist.

Stephan Voegeli: Biosphären­gebiet Schwäbische Alb, Silberburg Verlag, Tübingen

 

Von der Liebe zwischen einer jungen Frau und einem Wasseramphibion erzählt der mittlerweile zweite Fantasy-Band der Schattenblau-Saga, die von der in Ostfildern lebenden Autorin Karla Fabry ins
Leben gerufen wurde. Beide Hauptcharaktere, Lilly und Alex, geraten in einen Strudel von Ereignissen, der sie zusammenführt, womöglich aber auch entzweit. Denn das Schicksal will es so, dass die Biografien der beiden von einander abhängen, dass sich die Welten vermischen. Karla Fabry versetzt ihre Leser in ein komplex ausgestattetes Fantasiereich, in dem der stets währende Kampf Gut gegen Böse ausgefochten wird. Dieser wird von überraschenden Wendungen immer wieder neu definiert, was den spannenden Lesegenuss noch erhöht.

Karla Fabry: Schattenblau: Das dunkle Raunen des Meeres, Eigenverlag, www.karla-fabry.de

 

Die scheinbar heile Welt der Krankenschwester Katharina zerbröckelt in nur wenigen Tagen. Sie entgeht nur knapp einer Vergewaltigung. Die Stelle der Stationsleiterin bekommt eine andere und ihr heimlicher Geliebter gibt ihr den Laufpass. Und dann ist da noch dieser mysteriöse Anruf ihrer Schwester, bei dem nur ein schwaches Stöhnen zu hören ist. Katharina begibt sich auf Spurensuche nach ihr und gerät in die ostdeutsche Provinz. Dort stößt sie auf ein Dorf, dessen Bewohner nach eigenen Gesetzen leben und Fremden äußerst abweisend begegnen. Vor dem Hintergrund der Reichsbürger-Debatte ist der Krimi des Ludwigsburger Autors Marc-Oliver Bischoff hoch aktuell. Ihm gelingt es, einen nachvollziehbaren Einblick in diese Parallelgesellschaft zu gewähren und verwebt dies mit einem spannenden Plot.

Marc-Oliver Bischoff: Die Sippe, Grafit-Verlag, Dortmund

 

Ein Adventskalender ohne Schokolade, das klingt nach einer drögen Angelegenheit. Nicht jedoch, wenn sich hinter jedem „Türchen“ ein Kapitel einer witzigen Liebesgeschichte für Jugendliche verbirgt. Im Mittelpunkt des Romans der Esslinger Autorin Anja Massoth steht die 13-jährige Rosa, die es sich in den Kopf gesetzt hat, das Eislaufen zu lernen.

Prompt begegnet sie am Schlittschuhverleih Julian, der sich über ihre geringe Körpergröße lustig macht, ihr rosa Schlittschuhe, einen Eiszwerg als „Gehhilfe“ verpasst und sie über das Eis führt. Rosa ist das zunächst äußerst peinlich, aber dann. . . Wie diese Geschichte weitergeht, kann ab dem 1. Dezember in kleinen Häppchen bis zum Heiligabend genossen werden. Einfach die für den jeweiligen Tag vorgesehenen Seiten auftrennen, weiterlesen und sich auf den nächsten Tag freuen. Wie beim Adventskalender gilt jedoch: Nicht schummeln, dann ist der Spaß am größten.

Anja Massoth: Süßer Winterweihnachtskuss, Random House GmbH, München

 

Im Feuerbacher Wald wird die Leiche eines kleinen Mädchens gefunden. Doch offensichtlich vermisst niemand dieses Kind. Die Kriminalhauptkommissarin Corry Voss und ihr Team übernehmen die Ermittlungen, die sich äußerst komplex gestalten und die Polizisten bis nach Barcelona führen. Nach und nach entblättert sich die Grausamkeit der Tat und je näher Corry Voss der Lösung kommt, desto größer wird die Gefahr auch für sie. Mehr darf nicht verraten werden, nur so viel: Die Bad Cannstatterin Anita Konstandin hat ein eindrucksvolles Debüt vorgelegt, das die Bezeichnung Thriller wirklich verdient.

Anita Konstandin: Morgen früh, wenn Gott will, Silberburg Verlag, Tübingen        on / Foto: on

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Bund und Länder wollen Raser und Drängler auf den Straßen
mit deutlich höheren Bußgeldern bestrafen. Was sagen Sie dazu?
Ist das Vorgehen angemessen? Stimmen Sie hier ab.

Abgestimmt KW 48

Foto: dpa

Mehr Bußgeld für Raser?

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Verfallen, verschüttet, vergessen

Denkmalpflege beschäftigt sich mit vergessenen Burgen im Landkreis Esslingen – Last der Unterhaltskosten

Verfallen, verschuettet, vergessen

Baden-Württemberg ist das Bundesland mit den meisten Burgen. Die Teck, der Hohenneuffen, der Reußenstein – im Landkreis Esslingen kennt jedes Kind diese Burgen und die Geschichten, die sich um sie ranken. Doch es gibt noch viel mehr Burgen: Solche, von denen nur noch das Fundament steht, die Mauern überwuchert sind und an die niemand mehr denkt. Bei einem Kolloquium zur Burgendenkmalpflege, das kürzlich in Esslingen stattgefunden hat, sprachen die Teilnehmer auch über vergessene Burgen.

Und davon gibt es auch im Landkreis Esslingen nicht wenige. Die Körschburg bei Deizisau, die Burg Mannberg bei Dettingen oder die Burg Schanbach – und das sind längst nicht alle. In einem Vortrag zum Abschluss der Tagung hat sich Kreisarchivar Manfred Waßner mit diesen vergessenen Burgen beschäftigt. Er hat nicht weniger als rund 80 Burganlagen im Kreisgebiet  ausgemacht. Bei einer Fläche von rund 640 Quadratkilometern war das Gebiet des heutigen Landkreises zwischen Schönbuch und Schurwald, Fildern und Albtrauf wohl schon im Mittelalter dicht besiedelt.

Waßners Beobachtung: Viele Adelssitze waren Höhenburgen. „Am Albtrauf reihen sich die Burgen wie Perlen an einer Schnur, im Albvorland und auf den Fildern sitzen die Burgen innerhalb von Ortschaften oder an ihrem Rand.“

Doch was ist überhaupt eine Burg? Was macht einen Wohnsitz dazu? Waßner erklärt es so: „Eine Burg ist Stein gewordene Herrschaft, ein Wohnsitz, an dem Rechte haften.“ So lange von einer Burg Rechte abzuleiten waren, so lange war der Herrschaftssitz in Betrieb und damit nicht vergessen. Bei einem Wegfall dieser Rechte konnte es allerdings ganz schnell gehen.

So wie bei der Körschburg, von der heute kaum noch jemand weiß. Sie lag an der Wegkreuzung zweier bedeutender Straßen; die eine von Esslingen kommend auf der linken Seite des Neckars und die andere, die auf die Fildern führte. Heute ist das die Kreuzung, bei der die Kreisstraße 1215 auf die Körschtalstraße trifft, die Deizisau mit Denkendorf verbindet. Im frühen Mittelalter war die Wegkreuzung ein wichtiger Knotenpunkt. So wichtig, dass die Herren von Kersse – ein alter Name für Körsch – dort im zwölften Jahrhundert ihren Sitz errichteten und in der Folge ein gutes Geschäft mit Wegzöllen machten.

Diephold von Kersse und seinen Nachfahren ging es einige Jahre wohl recht gut. Dafür spricht auch, dass der Landsitz ein Steingebäude gewesen sein muss. Allerdings hatten die Kersses viel Konkurrenz: Da gab es die Grafen von Württemberg, die Freie Reichsstadt Esslingen oder auch die Herren vom Kloster Denkendorf. Als dann ausgangs des 13. Jahrhunderts die Pliensaubrücke in Esslingen gebaut wurde und Reisende in der Folge auch andere Wege über den Neckar nehmen konnten, wurde es an der Körschburg immer ruhiger. Das Geschäft blieb aus, die Kersses hatten Einnahmeeinbußen und so verlegten die Herren sich darauf, immer wieder das Kloster Sirnau zu bedrängen und auszurauben. So lange bis die Nonnen in die Stadt Esslingen zogen – in die heutige Sirnauer Straße, wo noch ein Teil der Klostermauer steht. Schließlich wurde es den Esslingern zu bunt. Sie zerstörten die Körschburg gründlich und nachhaltig, indem sie durch tiefes Untergraben der Ringmauern das Gemäuer einebneten und einen Wiederaufbau unmöglich machten. Die Herren von Kersse zogen auf die Burg Aichelberg, wo ein Zweig der Familie lebte. Viele Spuren und Hinweise auf den Burgbezirk an der Körschmündung hat es laut Waßner nicht gegeben. Schon gar nicht nach der Zerstörung. Aber das Gewann an der Kreuzung heißt noch Burgstallrain und gehört heute zu Denkendorf. In Deizisau erinnert lediglich das Gasthaus Zur Körschburg an den ehemaligen Herrschaftssitz.

Noch weniger als über die Körschburg ist über die Burg in Plattenhardt bekannt. Oben im Weilerhau, an der Schönbuchkante gelegen, gibt es eine eingeebnete Stelle, um die Reste von Ringgräben führen.  Vermutet wird, dass es sich um den Besitz der Herren von Bernhausen  handelte. Waßner spricht von der „einzigen bekannten und nicht überbauten Burg auf den Fildern“. Er hält die Anlage für einen wertvollen Schatz, zumal die Strukturen im Boden unbeschädigt sein dürften. Immerhin erinnert ein Schild am Historischen Rundwanderweg in Plattenhardt an die ehemalige Burg.

Insgesamt hat Waßner festgestellt, dass Burgen im Gebiet des ehemaligen Landkreises Nürtingen recht gut erforscht sind.

Viele der Burgen am Albtrauf – Teck, Sulzburg, Rauber, Sperbers­eck, Reußenstein, Hohenneuffen oder auch der Wielandstein – sind erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich, ihrem Verfall wird entgegengearbeitet.

Ganz anders sieht es auf den Fildern, im Gebiet Esslingen und auf dem Schurwald aus. Waßner sieht im hohen Siedlungsdruck den Grund für ein schnelles Überbauen oder Abbrechen alter Burganlagen.  So ist von der ehemals großen Burganlage in Aichtal-Grötzingen nichts mehr übrig. Auf dem Schurwald gibt es keine Spuren der Burg Schanbach. Und die Esslinger Burg ist nur eine dem Namen nach. Die Annalen berichten von einer Wasserburg in Kennenburg und einer durchaus bedeutenden Burg an der Stelle des heutige Salemer Pfleghofs. Ähnlich heterogen wie die Forschung sind die Besitzverhältnisse. Manche Burgen gehören dem Land, andere dem Kreis, der Kirche oder Vereinen. So liegen die Reste der Plattenhardter Burg auf Privatgelände, der Schwäbische Albverein Kirchheim muss sich mit der Renovierung der Teck herumschlagen und die Gemeinde Lenningen hat die Unterhaltslast des Wielandsteins zu tragen. Den Reußenstein renoviert wiederum der Landkreis, um den Hohenneuffen kümmert sich das Land.                bob / Foto: pst

 

Info: Seit 2001 arbeitet das Kreisarchiv Esslingen zusammen mit dem Landesdenkmalamt sowie mit den Gemeinden und Städten im Kreis an einer Dokumentation und Inventarisierung der Burgen im Kreis. Dieses Burgstellenprojekt soll im nächsten Jahr veröffentlicht werden.

Abgestimmt

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Claudia Bogedan,
regt an, Smartphones im Unterricht nicht mehr zu verbieten,
sondern die Schüler damit arbeiten zu lassen. Ein guter Vorschlag?

Abgestimmt KW 47

Foto: dpa

Mit Smartphone lernen?

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Fest in Gauklerhand

Esslinger Mittelalter- und Weihnachtsmarkt von 22. November bis 22. Dezember

Fest in Gauklerhand

In Esslingen stehen die Zeichen auf Mittelalter: Am Dienstag, 22. November, 18 Uhr, beginnt der Esslinger Mittelalter- und Weihnachtsmarkt und dauert bis Donnerstag, 22. Dezember. Damit wird die Stadt bestimmt vom Marktvolk, von Gauklern und Magiern.

200 Stände, dazu 40 zusätzliche Stände an den Adventswochenenden, 70 Künstler aus ganz Europa, vier Bühnen und 500 Programmpunkte – die Zahlen mögen zwar Beleg dafür sein, warum der Esslinger Markt alljährlich in einschlägigen Magazinen unter die Top Ten der Weihnachtsmärkte gewählt wird. Die Veranstalter von der Esslingen Stadtmarketing und Tourismus GmbH (EST) wollen jedoch nicht mit Quantität, sondern mit Qualität punkten: „Der Markt soll ein authentisches Erlebnis sein“, sagt Marktleiterin Petra Pfeiffer. Beim Mittelaltermarkt gibt es zahlreiche Mitmachangebote: Die seit Jahren bewährten Workshops wie das Räuchern und das Gewandschneidern werden ergänzt mit Kursen im Kettenschmieden, im Jonglieren und auch einem mittelalterlichen Sprachkurs für den Haus- und Marktgebrauch. Gesellige Events stehen seit Jahren auf dem Programm: das historische Tanzfest am 16. Dezember im Alten Rathaus, der Fackelumzug am 21. Dezember zur Wintersonnwende zur Burg oder auch die zahlreichen Führungen zum Leben im Mittelalter für Erwachsene und für Kinder.

Beim Künstlerprogramm setzt die EST auf bekannte Szene-Künstler, will aber auch jedes Jahr mit neuen Namen überraschen, wie zum Beispiel mit der belgischen Gruppe „Contes d’Asphalt“. Die „Tornals“ geben am 10. Dezember ein Kirchenkonzert im Münster St. Paul. Standard ist das allabendliche „Come together“ der Künstler auf der Bühne am Hafenmarkt.

Bewährte Einrichtungen auf dem Mittelaltermarkt sind Badehaus, Mokkazelt und Märchenzelt. Für Kinder kommen Rechenkünstler, Märchenerzähler, Puppenspieler und Zauberer. Im Zwergenland finden die Kleinen weitere mittelalterliche Spiele, außerdem ein Karussell am Hafenmarkt und – dieses Jahr neu – einen Ausschneidebogen Mittelalter bei der EST. Mit einem Alchimisten, der mittelalterliche Heilmethoden vorstellt, gibt es einen neuen Aussteller auf dem Mittelaltermarkt.

Neue Stände auf dem Weihnachtsmarkt bringen regionale Anbieter ins Spiel: eine lokale Bäckerei bietet
Lebkuchen, ein Esslinger Metzger Burgschinken an, außerdem sind Schmuck- und Glasdesigner aus der Stadt dabei. Am Postmichelbrunnen lädt die Weihnachtsinsel mit der lebendigen Krippe ein.

Der Weihnachts- und Mittelaltermarkt wird am Dienstag, 22. November, 17 Uhr, durch Oberbürgermeister Jürgen Zieger auf dem Rathausplatz eröffnet. Die Stände öffnen um 16 Uhr. Der Wochenmarkt findet ab sofort in der Bahnhofstraße statt – auch noch am 24. Dezember.            bob / Foto: bul

Info: Öffnungszeiten: bis 22. Dezember täglich 11 bis 20.30 Uhr, am letzten Tag bis 18 Uhr. An den Wochenenden: Shuttlebusse vom Daimler-Parkplatz in Mettingen und vom Parkplatz Eberspächer in Oberesslingen (www.esslingen-marketing.de).

Ausdruck der Lebensfreude

Eric Gauthier und sein Dance-Mobil-Ensemble zieht es auf die kleinen Bühnen – Begeisterung beim Auftritt am Esslinger Klinikum

Ausdruck der Lebensfreude

Die Freude am Tanz, ihre Leidenschaft dafür, ist Eric Gauthier und den Tänzern seiner Company von der ersten Sekunde an anzusehen, als die international erfolgreiche Truppe im Foyer des Esslinger Klinikums eine Kostprobe ihres Könnens zum Besten gibt. Begeistert scharen sich Patienten, Klinikmitarbeiter und Besucher rund um die improvisierte Tanzfläche im Foyer und auf der Empore ein Stockwerk darüber. Für Patienten, die ihr Zimmer nicht verlassen können, wird das gut eineinhalbstündige Tanzspektakel direkt ins Zimmer übertragen. Aufgeteilt ist die Klinik-Show in drei Teile, ganz so, wie es dem Arbeitsalltag der Tänzer entspreche, erklärt deren kreativer Kopf: „Wir haben erst das Aufwärmen, dann die Probe und zum Schluss die Show selbst.“ Gauthier und sein Dance-Mobil-Ensemble verstehen es, das Publikum mitzureißen. Und so machen am Ende auch alle mit sichtlich Spaß bei einer Bollywood-Choreografie mit, die der Chef der Truppe ihnen vorab beigebracht hat.

Eric Gauthier ist mit seiner Company ein fester Bestandteil des Stuttgarter Theaterhauses. Die Tänzer sind neben ihrer Stammbühne auf der ganzen Welt unterwegs – und das sehr erfolgreich. Doch Gauthier und sein Ensemble zieht es nicht ausschließlich auf die großen Bühnen. Vielmehr wollen sie auch all jene erreichen, die nicht die Möglichkeit haben, selbst ins Theater zu kommen oder die bis dato gar keinen Bezug zu Tanz und Theater haben. So kommen die Tänzer einfach zu Kindern und Jugendlichen, zu Menschen in Altersheimen, Demenzkranken oder auch Menschen mit Behinderungen. „Ich möchte die Menschen mitreißen und das geht nur, wenn ich in ihre Nähe komme“, erklärt Eric Gau­thier. Das soziale Engagement kommt nicht von ungefähr.

Gauthiers Vater ist Neurologe und ein renommierter Alzheimer-Forscher. „Ich war früher oft bei ihm in der Praxis, habe gesehen, wie er sich mit den Patienten beschäftigt und habe so ein Gespür dafür bekommen, wie man die Menschen begeistern kann – trotz ihrer Krankheit“, erzählt der gebürtige Kanadier, der 1996 zum Stuttgarter Ballett kam. „Bevor ich als Tänzer nach Deutschland gekommen bin, habe ich drei Monate als Pfleger in einem Altersheim ausgeholfen. Wäre ich nicht Tänzer und Choreograf geworden, hätte ich beruflich etwas in dieser Richtung gemacht“, sagt Gauthier. Sein soziokulturelles Projekt ist für den Wahl-Stuttgarter eine Herzensangelegenheit, das wird im Gespräch schnell deutlich. Immer wieder sei er auf der Suche nach neuen kreativen Ideen, sagt Gauthier.

Mit den Auftritten seines Ensembles in Schulen, Jugendhäusern, Krankenhäusern oder auch Altersheimen wolle er den Menschen dort einerseits die Kunstform Tanz und die Freude daran näherbringen und ihnen gleichzeitig eine Abwechslung in ihren teils durch Krankheit oder andere Sorgen geprägten Alltag bieten. Immer wieder studiert er dafür als künstlerischer Leiter neue Choreografien mit seinem Ensemble ein – ob es sich dabei nun um Werke international renommierter Choreografen oder um seine eigens kreierten Produktionen handelt. Diese werden dann an die Möglichkeiten des kleinen, ursprünglich nicht für den Tanz gemachten Raumes angepasst.

Wie vor wenigen Tagen zum zweiten Mal auf Einladung des Fördervereins Proklinikum im Esslinger Klinikum. Der Kontakt kam durch die Stiftung von Herbert Metzger und seiner Frau Anneliese Metzger-Nord zustande, die das Stuttgarter Ensemble unterstützen. Herbert Metzger spricht von „einem der aufregendsten Tanzensembles der heutigen Zeit“. Gut 50 000 Besucher kämen jährlich zu den Shows ins Theaterhaus und zu den internationalen Auftritten von Gauthier Dance.

Zum zehnjährigen Bestehen seiner Company im kommenden März gebe es dann „eine große Party“, verrät Eric Gauthier. Auch das von ihm initiierte dreiwöchige Tanzfestival „Colours“ werde im kommenden Jahr in Stuttgart nach einem sehr erfolgreichen Auftakt 2015 in die zweite Runde gehen.

Gerne wäre Eric Gauthier mit seinem Dance-Mobil noch viel öfter unterwegs als im Schnitt einmal pro Monat, doch das lasse der vollgepackte Terminkalender seiner Company mit Auftritten im Theaterhaus und auf internationalen Bühnen nicht zu.             eis / Foto: eis

Info: mehr zu Gauthier Dance ist unter www.theaterhaus.de einzusehen, Links führen dann weiter zu Gauthier Dance und Gauthier-Dance-Mobil.

Abgestimmt

Außenminister Frank-Walter Steinmeier soll für das Amt des
Bundespräsidenten kandidieren – auf ihn haben sich CDU und SPD
geeinigt. Was sagen Sie? Ist er der richtige Bewerber für das Amt?

Abgestimmt KW 26

Foto: dpa

Richtiger Bewerber?

Ergebnis

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Langfinger aushebeln

Einbruchsaison: Polizei berät Bürger zur Sicherheit rund ums Haus

Langfinger aushebeln

Die Einbruchzahlen schnellen in der dunklen Jahreszeit nach oben. Einbrüche können aber durch richtiges Verhalten und die richtige Sicherungstechnik verhindert werden. Innerhalb der bundesweiten Kampagne „K-Einbruch“ informiert und berät das Polizeipräsidium Reutlingen mit dem Landes­kriminalamt Baden-Württemberg die Bürger, wie sie sich am besten vor Einbrüchen schützen können.

Dunkle Häuser, denen man sofort ansieht, dass niemand zu Hause ist, gekippte Fenster, Mülltonnen unter dem Balkon, überquellende Briefkästen – die Liste der Faktoren, die zu einem gelungenen Einbruch führen, ist lang. „Meist genügt nur eine Schwachstelle am Haus oder an der Wohnung, um den Einbrecher reinzulassen“, sagt Matthias Spitzner. Er ist einer der fünf Polizisten, die die Vorortberatungen zur Einbruchsicherheit im Gebiet des Reviers Reutlingen machen.

Wenn Spitzner gerufen wird, dann arbeitet sich der Kriminalbeamte in Zivil sorgfältig – an der Haustür beginnend – durch das Haus; Haustür, Fenster, Balkontür. „Da sehen wir schon manches betretene Gesicht“, sagt Spitzner. Viele Menschen wüssten gar nicht, wie wenig Widerstand ihre Türen oder Fenster im Ernstfall leisten. Die Hausbewohner erhalten nach der Beratung eine Liste mit Handwerkern und Fachunternehmern, die auf Sicherheitstechnik spezialisiert sind.

Mit und ohne aktualisierte Technik gibt es aber auch unverzichtbare Regeln: „Ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster“, sagt Spitzner. Und ein leeres Haus, so Spitzner, dürfe nie unbewohnt aussehen. Beleuchtung über Zeitschaltuhren seien eine einfach zu installierende Hilfe.

„Einbrecher sind auf schnelle Beute aus“, erklärt der Kriminalbeamte. Ein Einbruch dauere höchstens 15 Minuten. „Ist der Einbrecher innerhalb von drei bis fünf Minuten nicht drin, bricht er sein Vorhaben ab.“ Für Spitzner ein Argument für gut gesicherte Türen und Fenster. Die Investitionen dafür liegen je nach Alter und Beschaffenheit zwischen 300 bis 1000 Euro. Der Räuber sucht nach Bargeld und Schmuck, nach Tablets und Smartphones, eben nach allem, was man schnell und leicht wegtragen kann. Dabei sind es nicht nur Villen, die der Gangster aufsucht – Reihenhäuser oder Mietwohnungen gehören genauso zum Beuteschema.  Einbrecher legen laut Spitzner jedoch keinen Wert auf die Begegnung mit den Hausbewohnern. In aller Regel fliehen sie schnell, wenn sie ein Haus doch bewohnt vorfinden. Spitzner hat in den zwölf Jahren seiner Tätigkeit als Kriminalbeamter schon viele Einbrüche aufgenommen. In einem Fall wurde ein Ehepaar zweimal heimgesucht. Nach dem ersten Bruch wurde sicherheitstechnisch nachgerüstet, eine Schwachstelle blieb allerdings unbearbeitet – genau dort stieg der zweite Einbrecher ein. Das Leid der Opfer kann immens sein. Spitzner: „Manche brauchen professionelle Hilfe.“ Er sagt aber auch: „Wir leben immer noch in einem sicheren Raum.“  bob / Foto: dpa

Info: www.k-einbruch.de, Beratung unter: t 0 71 21/9 42-12 02, E-Mail: reutlingen.pp.praevention@polizei.bwl.de

 

Abfahrt

Verband Region Stuttgart und die S-Bahn verabschieden die Züge der Baureihe ET 420 – Ruhestand nach 38 Jahren Dienst

Abfahrt

Seit 38 Jahren verrichten die S-Bahn-Züge der Baureihe ET 420 ihren Dienst auf den Strecken in der Region Stuttgart. In den vergangenen Jahren wurde der Fahrzeugbestand modernisiert, die alten Züge fuhren auf das Abstellgleis. Am vergangenen Freitag wurden die letzten beiden Züge der Baureihe mit Sonderfahrten in den Ruhestand entlassen.

Eine markante eckige Frontpartie, geteilte Windschutzscheibe, Türen mit charakteristischen Hebeln zum Öffnen, die sich mit Zischen und Klappern schlossen: Vielen Pendlern in der Region Stuttgart dürften die S-Bahn-Züge der Baureihe ET 420 in Erinnerung sein. Die 136 zunächst grau-orange, später im einheitlichen Rot der Deutschen Bahn lackierten Züge absolvierten in den vergangenen 38 Jahren weit mehr als 100 Millionen Kilometer im S-Bahn-Netz der Region.

Doch die Fahrzeuge wurden mit den vielen Jahren Dauereinsatz störungsanfälliger, die Ansprüche der Fahrgäste an den Komfort änderten sich und auch der hohe Energieverbrauch der Motoren wurde zum Problem. So beschaffte die S-Bahn Stuttgart mithilfe einer Co-Finanzierung durch den Verband Region Stuttgart ab dem Ende der 90er-Jahre mit den Nachfolge-Baureihen ET 423 und 430 moderne und energiesparende Fahrzeuge. Die betagten Züge fuhren nach und nach auf das Abstellgleis und wurden zumeist ausgeschlachtet und verschrottet. Lediglich zwei von ihnen waren zuletzt noch im Einsatz. In der vergangenen Woche  wurden sie von der Strecke genommen.

„Für den S-Bahner ist das ein Tag, der mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachtet wird. Für uns geht nach fast 40 Jahren eine Ära zu Ende“, sagte Dirk Rothenstein, der Sprecher der Geschäftsleitung der S-Bahn Stuttgart bei einer Feier im S-Bahn-Betriebswerk Plochingen. Von dort aus wurde der mit einem Blütenkranz geschmückte ET 420 mit einer Sonderfahrt auf seine letzte Reise im Netz der Region Stuttgart geschickt. Allerdings sei der Abschied von der Baureihe 420 auch ein Grund zur Zufriedenheit, sagte Rothenstein. „Der 420er macht Platz für seine modernen Nachfolger. Die Baureihe 423 wurde in den vergangenen drei Jahren modernisiert und auf den Stand der neuen Baureihe 430 gebracht“, sagte Rothenstein. Somit seien in der Region Stuttgart nur noch Fahrzeuge „mit zeitgerechtem, freundlichem Innenraum und Komfortsitzen, durchgängig begehbar und klimatisiert“ im Einsatz. „Wir verfügen damit über eine der modernsten Fahrzeugflotten des Nahverkehrs in Deutschland“, hob Rothenstein hervor.

Dies betonte auch Thomas Bopp, der Vorsitzende des Verbands Region Stuttgart. Er erinnerte daran, dass die Regionalversammlung mit dem Beschluss, in die Finanzierung der modernen Fahrzeuge einzusteigen, den Grundstein dafür gelegt hatte. Zwar habe es heftige Auseinandersetzungen um die Anschaffung gegeben. „Aber es hat sich als ausgesprochen weitsichtig erwiesen“, sagte Bopp. So betrachte er die Abfahrt des letzten ET 420 am Plochinger Bahnhof nicht mit Wehmut, denn mit den neuen Fahrzeugen, einem erweiterten Streckennetz und dem angestrebten 15-Minuten-Takt sei die Region Stuttgart deutschlandweit vorne dabei, sagte Bopp. Indes sei es mit modernen Fahrzeugen allein noch nicht getan. „Die Bahn hat sicherlich noch einiges vor sich, die S-Bahnen wieder pünktlicher und zuverlässiger zu machen. Da müssen alle an einem Strang ziehen“, sagte er.

Die Regionaldirektorin Nicola Schelling richtete den Blick auf die Zukunft und wies darauf hin, dass der Einsatz moderner S-Bahnen als ein Baustein des Gesamtpakets eines attraktiven öffentlichen Nahverkehrs betrachtet werden müsse. „Unsere S-Bahn-Flotte bewegt 400 000 Menschen pro Tag. Von ihren Bedürfnissen müssen wir ausgehen“, sagte Schelling. So arbeite der Regionalverband an einer besseren Vertaktung von Bahnen und Bussen, an
etlichen Bahnhöfen würden Mobilitätspunkte eingerichtet, wo auf Pedelecs umgestiegen werden kann, in den Bahnen werde nach und nach WLAN eingerichtet. „Auch das ist ein zeitgemäßes Komfortangebot“, sagte sie. „Wir werden in der Region immer besser.“ Auch für die beiden letzten ET 420 soll es eine Zukunft geben. Wie Dirk Rothenstein sagte, hat die S-Bahn München die Züge für sich reserviert. Der Ruhestand ist also vorläufig.   pst / Foto: pst

Abgestimmt

Bis zum 18. November tagt der Weltklimagipfel in Marrakesch.
Die stetige Erderwärmung soll gestoppt und korrigiert werden.
Was glauben Sie? Trägt die Konferenz entscheidend dazu bei?

Abgestimmt KW 45

Foto: dpa

Wirkt der Klimagipfel?

Ergebnis

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