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Erschienen am 11.10.2017

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Bauen & Wohnen


Erschienen am 5.7.2017

Lebensgefühl-Messe 2017

Erschienen am 22.03.2017

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Ein Abend für die Seele

ECHO-Lifestyle-Messe Fild(er)leben am 19. Oktober bei Elements in Denkendorf


Es soll ein Abend für die Seele werden: Am Donnerstag, 19. Oktober, lädt das Wochenblatt ECHO von 18 bis 22 Uhr zum Badspezialisten Elements in Denkendorf, Lichtäckerstraße 5, ein. Dort präsentieren sich 25 Firmen rund um das Thema Lifestyle. Vertreten sind bei der Messe Fild(er)leben die Bereiche Wellness, Gesundheit, Wohnen und Einrichten, Schmuck, Schönheit und auch benachbarte Branchen. Letztlich geht es um die Frage, wie man gesundheits- und körperbewusster leben und seine Lebensumstände verbessern kann. Das Wochenblatt ECHO veranstaltet seit Jahren Messen zu solchen Themen, die gut besucht werden. Die aktuelle ist dabei die erste, die auf den Fildern stattfindet.

ECHO-Verkaufsleiterin Andrea Gisdol kennt das Rezept für eine erfolgreiche Veranstaltung: „Die Menschen möchten sich gerne in einem ruhigen und persönlichen Rahmen über gesundheitsrelevante Themen informieren, und das möglichst bei Anbietern, die aus der Umgebung stammen. Das schafft Nähe und Vertrauen.“

Die Wahl der Location kommt nicht von ungefähr. „Das Thema Baden ist ganz nah am Wunsch des Menschen, sich gut zu fühlen und gesund zu leben“, sagt Elements-Geschäftsführer Achim Zepf. Gerade in unseren hektischen Zeiten gehe es darum, zu entspannen und Kraft zu tanken.

Darüber hinaus feiert Elements dieser Tage sein einjähriges Bestehen. „Die Messe ist für uns ein guter Anlass, unsere Räume zu präsentieren“, sagt Zepf. Auf mehr als 1100 Quadratmetern Fläche hat Elements eine Bäderlandschaft errichtet – aufgeteilt in sogenannte Kojen, in denen unterschiedliche Bad­räume untergebracht sind. In diesen Kojen werden auch die Messe-Aussteller ihre Stände aufbauen. Das werde auch gestalterisch reizvoll sein, kündigt Gisdol an. Ebenfalls Gastgeber ist die Firma Format Fliesen, die bei Elements Räume nutzt.

Jeder Aussteller hat genügend Platz für seine Präsentation und die Besucher haben Raum genug, um zu schlendern und zu schauen. Die lichte Architektur des Neubaus mit den großen Glasflächen in der Lichtäckerstraße sorgt überdies für Ausblicke und Einblicke. Nach Süden schaut der Besucher weit bis auf die Schwäbische Alb.

Die Veranstalter vom Wochenblatt ECHO haben in den vergangenen Jahren die Beobachtung gemacht, dass diese Art der Information bei den Besuchern sehr gut ankommt. „Aussteller wie Besucher nehmen sich viel Zeit für ein persönliches Gespräch“, sagt Gisdol.

Bei Fild(er)leben sollen sich die Besucher rundum wohlfühlen: Es gibt eine Weinverkostung, Sekt und leckere Kleinigkeiten zu essen.                 bob / Foto: bob

Ein Mörder kalt wie Eis

ECHO-KRIMIRÄTSEL

Überrollt: Ein Toter im Esslinger Eisstadion – Kommissar Blickle lernt viel über die Technik der Eisaufbereitung

Hauptkommissar Horst Blickle hatte in seiner langen Zeit bei der Mordkommission schon so manchen schlimmen Tatort gesehen. Dieser jedoch ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren. Sprichwörtlich. Vor ihm, auf dem Eis, lag ein Mensch, oder vielmehr das, was die Eisbearbeitungsmaschine aus ihm gemacht hatte, als sie über ihn gefahren war.
Das Richard-Hirschmann-Eisstadion der ESG auf der Neckarinsel in Esslingen, ein beliebter Ort bei Eisläufern und Eissportlern, wimmelte an diesem Morgen von Mitarbeitern der Mordkommission und der Spurensicherung. Kurz vor 9 Uhr hatte die völlig aufgelöste Reinigungskraft den Vereinsvorsitzenden Dieter Fingerle angerufen. Es hatte gedauert, bis Fingerle verstand, was die Frau schrie: „Alles voller Blut, das Eis, so rot, überall Blut, oh mein Gott.“
Fingerle hatte die Polizei gerufen und war zum Stadion geeilt. Dort bot sich ihm ein grauenhaftes Bild. Die sechs Tonnen schwere Eisaufbereitungsmaschine, die das Eis des Stadions regelmäßig aufpoliert, war über den Körper des Unglücklichen gefahren und hatte ihn fürchterlich zugerichtet. Nicht nur das Gewicht des Fahrzeugs hatte Grauenvolles angerichtet, sondern auch noch die Messerwalze des „Mammoth“, die das Eis abhobelt, bevor es mit warmem Wasser versiegelt und glatt poliert wird. Ein paar Meter weiter auf dem Eis stand das Elektrofahrzeug, weiß und blau, aber keineswegs bedrohlich.
Fingerle kannte das Opfer überdies, sein Gesicht war im Gegensatz zu seinem Körper nicht zerstört. Der Tote war Sven Muth, der bis kurz zuvor noch Eismeister bei der ESG war und eben den „Mammoth“ regelmäßig gefahren hatte.
Fingerle stand jetzt bei Blickle und seiner Kollegin Bettina Schnell am Tatort. Blickle ließ sich vom ESG-Vorsitzenden in die Technik der Eiserneuerung einführen. Er erfuhr, dass beim Eissport Kufen das Eis zerkratzen und einen leichten Schnee hinterlassen, der das Eis stumpf macht. Alle 90 Minuten wird deshalb der Betrieb unterbrochen und der Eismeister glättet mit der Maschine das Eis. „Die Eisschicht muss immer drei bis vier Zentimeter dick sein“, erklärt Fingerle. Minus elf Grad ist das Eis kalt. 60 Grad das Wasser zum Auffüllen der Fugen warm. Spezialwissen, dachte Blickle und schrieb fleißig mit.
Das Gespräch wurde unterbrochen, als Pathologe Hades antrabte: „Todeszeitpunkt am Vorabend“, sagte er. Und er vermutete: „Der Mann ist wohl ausgerutscht als er versuchte, davonzulaufen, und lag auf dem Eis, als der Wagen ihn überrollte.“ Das überzeugte auch den Kommissar, der sich gefragt hatte, wie der Täter das Opfer erwischen konnte. Schneller als 14 Stundenkilometer konnte man mit dem „Mammoth“ nicht fahren.
Der Kommissar machte sich nun daran, mehr über den Toten zu erfahren. Jemand musste Sven Muth sehr gehasst haben. Muth war in der Tat nicht beliebt. Auch nicht bei Fingerle. „Muth war arrogant, skrupellos, geldgierig, ein Frauenheld und äußerst rücksichtslos“, sagte er. Die ESG hatte sich kürzlich von ihm getrennt, als er bei einer seiner Touren ein junges Mädchen, das trotz Betriebspause noch seine Pirouetten auf dem Eis drehte, mit Gewalt von der Bahn geholt hatte. So grob, dass die kleine Tatjana einen Faserriss erlitt, nicht trainieren konnte und Wettkämpfe verpasste. Für die ehrgeizigen Eltern eine Katastrophe. Es gab auch so manchen wütenden Ehemann, da Muth jede Frau anbaggerte und zumindest teilweise damit Erfolg hatte. Jüngst wohl auch bei der Frau seines Kollegen, des anderen Eismeisters im Verein.
Und dann gab es noch den älteren Lehrer, den Muth mit einer betrügerischen Geldanlage um sein komplettes Erspartes geprellt hatte. Drei Menschen, die ein Motiv hatten, den ehemaligen Eismeister um die Ecke zu bringen. Und die Gelegenheit ebenfalls, denn von den Wirtsleuten in der Vereinsgaststätte Iglu, Harald Panse und seiner Frau, hatte Blickle erfahren, dass alle drei Personen am Abend zuvor im Restaurant waren. Um 22 Uhr hatte das Iglu geschlossen, Muth war da noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt.
Auf der zu dieser Zeit völlig einsamen Neckarinsel hätte sich jeder der Verdächtigen wieder anschleichen und Muth angehen können. Blickle und Schnell beschlossen, die drei herzuholen und getrennt zu verhören. Sie erfuhren, dass sowohl Eismeister Gerald Glatt als auch der Vater der Turnierhoffnung, Klaus Kader, die Eismaschine gut kannte. Lehrer Peter Prell hingegen hatte weder vom Eissport eine Ahnung, noch wusste er, dass es solche Maschinen überhaupt gibt.
Alle einte ihre Abscheu gegenüber dem Opfer. Glatt machte kein Hehl daraus, dass er über Muths Tod froh sei. „Getötet habe ich ihn jedoch nicht“, sagte er. „Nein, den schönen neuen „Mammoth“ so zu missbrauchen. Ich bin aus dem Iglu direkt nach Hause.“ Der von Muth betrogene Geschichtslehrer, Peter Prell, versuchte, seine Verachtung gar nicht erst zu verbergen. Muth hätte den Tod verdient. „Mein Erspartes, eine halbe Million Euro, ist futsch.“
Er habe das Iglu besucht, nur um zu sehen, in welcher Umgebung Muth arbeitet. Dieser sei ein primitiver Mensch gewesen, ohne Niveau, der nichts gekonnt habe, außer vielleicht mit einem 6-Tonner Eis aufzukratzen.
Der Vater der jungen Eisläuferin, Klaus Kader, grinste. „Tot ist der?“, fragte er. „Gut so!“ Die Karriere seiner kleinen Tatjana sei ruiniert. Das Geld, das er investiert habe, sei verloren. „Ich hab es mir oft vorgestellt, was ich mit dem mache“, gestand er. „Aber das ist nur Fantasie, auch wenn es mir gefällt, das mit der Eismaschine.“ Blickle sinnierte noch, als seine Kollegin Schnell ihm zuzischte: „Blickle, da lügt doch einer.“ Da fiel es auch dem Hauptkommissar auf und „klick“ machten die Handschellen. Bei wem? Und warum? bob / Foto: ESG

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Bildungspolitik ist Ländersache. Die Umsetzung regional unterschiedlich.
Es gibt Forderungen, die Bildung verstärkt im Bund anzusiedeln.
Was sagen Sie? Soll Bildung Chefsache werden?

Foto: dpa

Bildung Chefsache?

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Gut, aber wenig

Frühe Lese in diesem Jahr – Hungrige Tiere im Weinberg unterwegs

Vor wenigen Tagen haben die Weingärtner im Kreis Esslingen ihre letzten Trauben gelesen. Das Jahr war bemerkenswert: Lange sah es nach Frostschäden nicht gut aus, dann war das Wetter ideal. Zum Schluss musste die Lese aber ganz schnell gehen, denn in den Weinbergen haben sich Tiere reichlich an den Früchten bedient.

„Das habe ich so noch nie erlebt“, sagt Wilhelm Kauderer vom Verein der Weinbergbesitzer Weilheim. „So viele Tiere im Weinberg auf Nahrungssuche. Da mussten wir schneller sein.“ Bienen, Wespen, Vögel, Rehe und ja, sogar Dachse haben sich in den vergangenen Wochen im Weinberg die Trauben schmecken lassen – aus Ermangelung an Streuobst, wie Winzer im Kreis berichten.

Dennoch ziehen die Wengerter hierzulande keine schlechte Bilanz: Das Wetter war bis auf den Spätfrost im April gut. So können Weinliebhaber einen guten Tropfen erwarten, allein die Menge trübt die Freude.

„Wir haben deutlich weniger Ertrag als in den vergangenen Jahren“, stellt Christine Anhut fest. Die Geschäftsführerin der Weingärtnergenossenschaft Hohenneuffen-Teck  spricht von etwa „70 Prozent Ertrag eines normalen Jahres“.

Insgesamt hatten die Wengerter der Genossenschaft nach den Frostschäden aber mit einem noch größeren Ausfall gerechnet. Der Schaden bei den einzelnen Sorten ist recht unterschiedlich ausgefallen.

Am schlimmsten haben die Sorten Lemberger, Dornfelder und Schwarzriesling unter der Kälte gelitten. Hobby-Weingärtner Kauderer sagt, dass der Ausfall auf dem Egelsberg fast 80 Prozent betragen habe. Die Qualität des Weins stimmt die Weinbauern aber positiv. „Dieser Jahrgang wird gut, er ist vergleichbar mit 2016, das auch ein guter Jahrgang war“, sagt Christine Anhut. Die ersten Weine, die es aus der Region unterhalb der Teck zu kosten gibt, sind der Spätburgunder Blanc de Noir und der Weißherbst. Den gibt es laut Anhut noch in diesem Jahr.

Letztlich haben die eisigen Nächte auch dazu geführt, dass die Lese in diesem Jahr schnell vonstatten ging. „Wir haben am 7. September begonnen und am 30. September abgeschlossen“, erklärt Anhut. Der dezimierte Behang und der sonnenreiche Sommer haben die Trauben schneller reifen lassen als sonst.

Die trockene Herbstwitterung hätte auch Kauderer noch gerne genutzt und den Spätburgunder noch etwas hängen lassen, damit er noch mehr Aroma entfaltet. „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir je früher gelesen haben als in diesem Jahr“, klagt auch Hermann Reiber, der Vorstand des Historischen Weinbauvereins in Plochingen. Auch die Menge sei mit bis zu 70 Prozent Ausfall so gering wie nie. Dafür freuen sich auch die Produzenten des Hansenweins über eine gute Qualität.

In Esslingen kam zu den Frostschäden die Sorge um Kirschessigfliege und Fäulnis durch Feuchtigkeit, wie Ramona Fischer, Geschäftsführerin der Weingärtnergenossenschaft, berichtet. An den Hängen oberhalb des Neckars hat das die Wengerter zu hektischer Eile getrieben. Am 5. September startete die Lese, vier Wochen später war alles unten.                               bob / Foto: bob

Weniger Gedichte, mehr Wirtschaft

Gar nicht politikmüde: Jugendliche formulieren bei einer Konferenz im Landratsamt ihre Forderungen und Thesen

Von wegen Jugendliche interessieren sich nicht für Politik. Wer das behauptet, konnte sich vergangene Woche bei der Kreisjugendkonferenz „Meet & Greet“ eines Besseren belehren lassen: Mehr als 180 junge Menschen im Alter von 13 bis 20 Jahren diskutierten im Sitzungssaal des Landratsamts stundenlang miteinander und mit Politikern. Vier Delegierte werden die gesammelten Forderungen und Fragen im November mit zum Jugendlandtag nach Stuttgart nehmen.
Das Themenspektrum war enorm, von freiem WLAN und „Mehr Plätzen zum Chillen“ über die Grundschulempfehlung – deren verpflichtende Einführung sich manche der Teilnehmer wieder wünschen würden – bis hin zu überfüllten Bussen. Die jungen Leute vertraten ihre Meinung und argumentierten selbstbewusst, ganz egal, von welcher Schulart sie kamen. Von der Rohräckerschule als Förderschule über viele Gymnasiasten bis hin zu Auszubildenden war das ganze Spektrum vertreten. Teilnehmen konnten alle Interessierten der genannten Altersgruppe.
In acht jeweils zwei Mal stattfindenden Workshops am Vormittag wurden einzelne Themen vertieft, am intensivsten da, wo die Teilnehmer selbst besonders betroffen sind – etwa im Workshop „Mobil im Landkreis“ oder „Schule-Ausbildung-Beruf“. Auf den Übergang von der Schule ins Berufsleben seien sie schlecht vorbereitet, klagten viele, insbesondere die Gymnasiasten: Man habe gar nicht die Zeit, über eigene Stärken und Schwächen nachzudenken, denn vor allem das achtjährige Gymnasium sei extrem leistungsorientiert. Praktika seien zu kurz und oft schlecht angelegt, sodass sie nicht weiterbrächten. Mehr und bessere Praktika war deshalb eine Forderung, die formuliert wurde, „weniger Gedichtinterpretation, mehr Informatik, Steuererklärung und Wirtschaft“ lautete eine der später im Plenum vorgetragenen Thesen.
Aber auch Chancengleichheit kam immer wieder zur Sprache: Studiengebühren abschaffen, Bafög für alle, bessere Bezahlung im Freiwilligen Sozialen Jahr und in manchen Ausbildungsberufen. „Wie kann es sein, dass ausgerechnet so wichtige Berufe wie Physiotherapeuten oder Ergotherapeuten für ihre Ausbildung auch noch bezahlen müssen?“, fragte Nina, die diese Frage später auch an die Adresse der Politiker richtete. Ebenso ging es um den Numerus clausus, den die Jugendlichen als wenig sinnvoll und ungerecht einstuften.
Schon beim Sammeln der Fragen in den Workshops kamen immer wieder Diskussionen auf. Eine knappe Stunde dafür war beinahe zu kurz. „Das ist zu wenig Zeit, um sich mit so schwierigen Themen ausführlicher zu befassen“, sagte Kalle nach dem Workshop „Umwelt“. Schwierig sei auch gewesen, dass die Teilnehmer beim Alter und damit auch beim Kenntnisstand weit auseinander lagen, stellte der 20-Jährige fest. Trotzdem bewertete er die Konferenz positiv: „Ich freu mich drauf, mich mit den Politikern zu unterhalten.“
Lucina (16) kam sehr zufrieden aus dem Workshop „Mobilität“. Man habe schnell eine einheitliche Stoßrichtung gefunden, sagte sie. Bei ihrem zweiten Workshop „Ausbildung“ fand sie mit ihrem Anliegen dagegen kein Gehör. Als Waldorfschülerin sprach sie die Problematik der Finanzierung privater Schulen an und empfand die Reaktion der Runde als abweisend oder sogar „hämisch“. Das sei schade, denn ihre Schule könne gerade bei praktischen Tätigkeiten und Berufsorientierung als Modell dienen, findet die Schülerin.
Die im Plenum vorgetragenen Thesen reichten von dem Wunsch, dass Jugendliche mehr Öffentlichkeit bekommen und auf Augenhöhe wahrgenommen werden, bis zur Feststellung „die Schule klaut uns zu viel Freizeit“. Auch der Themenkreis „Zusammenhalt in der Gesellschaft“ hatte großen Zulauf. Die größer werdende Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland kam dabei ebenso zur Sprache wie die Integration von Flüchtlingen. Unterm Schlagwort Digitalisierung forderten die Jugendlichen nicht nur mehr freies WLAN und den Breitbandausbau, sondern auch eine Schulung ihrer Lehrer. „Die meisten Lehrer haben von der Technik keine Ahnung“, so ihre lapidare Feststellung. Sie setzten sich für ein bundesweit einheitliches Bildungssystem ein und ließen sich auch vom Hinweis der Politiker auf gesetzliche Vorgaben nicht beirren.
Die Vertreter der Politik stießen nach dem Mittagessen zur Jugendkonferenz. Eingeladen waren die Landtagsabgeordneten des Wahlkreises Esslingen sowie die Kreisräte. Sie nutzten mit 14 Vertretern quer durch die Fraktionen die Möglichkeit zum direkten Kontakt und trafen auf argumentationsstarke Jugendliche, die ihnen manchen Denkanstoß mit auf den Weg gaben. „Wie wollen Sie junge Leute einbeziehen, wenn es um die Reform des Schulsystems geht?“, frage Meret (19), die Mitglied eines Vereins (Demokratische Stimme der Jugend) ist, der das Schulsystem verbessern möchte und am 11. November in Stuttgart zu einer Demo einlädt. Die Bemerkung, dass Jugendliche bei solchen Fragen stark von ihrem Umfeld beeinflusst seien, konterte eine Teilnehmerin mit der Frage: „Wer gibt dann Ihnen das Recht zu entscheiden?“ Auch das Wahlrecht ab 16 oder sogar 14 wurde angesprochen.
Die Fragen und Forderungen der Konferenz sollen nicht nur über den Jugendlandtag, sondern auch direkt über die politischen Vertreter weitergetragen werden. Zumindest Lija und Carolin aus Nürtingen hatten am Ende den Eindruck, dass sie dabei Gehör gefunden haben. „Wir konnten uns gut austauschen und sind auch zu Wort gekommen“, sagten sie. Die Politiker seien auf sie eingegangen „und haben uns ausreden lassen.“ aia / Foto: aia

Info: „Was uns bewegt“ heißt das Projekt des Landtags, das Jugendliche und Landespolitiker miteinander ins Gespräch bringen möchte: zunächst auf lokaler und regionaler Ebene, was im Landkreis Esslingen das Kreisjugendreferat organisiert hat. Am 7. und 8. November findet dann der Jugendlandtag Baden-Württemberg mit 125 Jugendlichen aus dem ganzen Land und Vertretern aus der Politik statt.

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Trainer-Rentner Jupp Heynckes hat bei Bayern München
wieder das Sagen – zum vierten Mal. Was glauben Sie,
kann Heynckes den Fußball-Rekordmeister zu Titeln führen?

Foto: dpa

Geht das gut?

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Schweres Gerät

Bohrmaschinen für den Albvorlandtunnel startklar – 18 Monate Bauzeit

Die Vorbereitungen für den Bau des Albvorlandtunnels der künftigen Schnellbahnstrecke Stuttgart–Ulm bei Kirchheim sind nahezu abgeschlossen. Am Freitag, 6. Oktober, werden die Schneidräder der Bohrmaschinen zum ersten Mal angeworfen, bei einem Tag der offenen Baustelle am Samstag, 7. Oktober, können die Maschinen besichtigt werden, bevor sie für die kommenden eineinhalb Jahre im Boden verschwinden.

Seit mehreren Wochen wird am Tunneleinschnitt für das Ostportal des Albvorlandtunnels südlich der Autobahn nahe Kirchheim schweres Gerät bewegt. Techniker hatten dort große Maschinenteile zusammengebaut, die nach und nach mit einem 90 Meter hohen und 400 Tonnen schweren Kran in die 20 Meter tiefe Baugrube eingehoben wurden. Stück für Stück wuchsen so die beiden Tunnelvortriebsmaschinen – auf die Namen „Sibylle“ und „Wanda“ getauft – heran, die sich ab Herbst pa­rallel durch den Untergrund in Richtung Wendlingen bohren werden. Für besonderes Aufsehen sorgte die Lieferung und Montage der Schneidräder mit jeweils 190 Tonnen Gewicht und 10,52 Metern Durchmesser.

Wenn alles nach Plan verläuft, werden die beiden jeweils 120 Meter langen und elf Meter hohen Maschinen für die etwa 8,2 Kilometer lange Strecke des Albvorlandtunnels von Kirchheim nach Wendlingen etwa eineinhalb Jahre benötigen, die Mineure in der Zeit rund um die Uhr im Einsatz sein. Dabei werden nicht nur zwei parallele Löcher durch den Boden gegraben. Während das von den Schneidrädern ausgebrochene Gestein nach hinten abtransportiert wird und die Maschinen langsam weiter rücken, werden über Stollenbahnen die Tübbinge genannten Betonhalbschalen für die Tunnelverkleidung nach vorne gebracht und maschinell zu einem Ring zusammengebaut. So hinterlassen die Vortriebsmaschinen fertige Tunnelröhren, die dann für den Betrieb ausgebaut werden können. Voraussichtlich in vier Jahren werden die ersten Schnellzüge durch die Röhren rauschen. Im weiteren Verlauf werden die Züge dann über Boßlertunnel, Filstalbrücke – die dritthöchste Eisenbahnbrücke in Deutschland – und Steinbühltunnel auf die Albhochebene geführt.

Wie Jan Dambach, Pressesprecher der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH, berichtet, sind die Maschinen am Albvorlandtunnel startklar. Noch müsse das Zusammenspiel der Bauteile aber geprüft werden. „Bei so einer großen Maschine dauert das eben seine Zeit“, sagt Dambach. Am 6. Oktober werden die Schneidräder bei einem Fest zum ersten Mal aktiviert. Einen konkreten Termin, wann sich die Maschinen ins Gestein fressen, gibt es aber noch nicht. „Auf jeden Fall geht es noch im Herbst los“, sagt Dambach.  pst / Foto: jll

 

Info: Tag der offenen Baustelle am Tunnelportal bei Kirchheim, Samstag, 7. Oktober, 10 bis 16 Uhr.

Durchwachsene Bilanz

Landwirte verzeichnen durchschnittliche Erträge im Ackerbau – Obstbauern beklagen bis zu 80 Prozent Ernteeinbußen

Die Landwirte in der Region blicken mit gemischten Gefühlen auf das Anbaujahr 2017. Starker Frost im späten Frühjahr, Hitze im Sommer und anhaltende Niederschläge schmälerten den Ertrag. Während beim Getreide und Gemüse eine durchschnittliche Ernte eingefahren werden konnte, wurden die Obstbauern von den Wetterextremen böse erwischt.

Die Ackerbauern in der Region ziehen mit Blick auf das Erntejahr  eine durchwachsene Bilanz und zeigen sich insgesamt mit den Erträgen zufrieden. „Der Getreideertrag war absolut durchschnittlich, trotz leichter Probleme mit dem Frost im Frühjahr“, beschreibt der Landwirt Willi Seifried vom Waldwiesenhof in Altbach seine Ernteergebnisse. „Dem Mais hat das Wetter sogar sehr gut getan. Der liebt es sehr warm und feucht. Er steht so hoch wie nie und wir erwarten einen Spitzenertrag“, sagt Willi Seifried.

Auch beim Gemüse verzeichnen die Landwirte kaum Einbußen. „Wir hatten einen gewissen Trockenstress im Juni und Juli, aber insgesamt ist es recht gut gelaufen. Es ist ein durchschnittliches Jahr und wir können nicht klagen. Das berichten auch die anderen Kollegen im Umkreis“, erzählt Eugen Traub, der Betreiber des Hopfenhofs in Nürtingen-Oberensingen. Insgesamt könne man beim Gemüse von einer guten Ertragslage sprechen. „Nur für die Tomaten war das Wetter im August und zum Ende des Sommers etwas zu kühl. Da wurde teilweise noch leicht grün geerntet“, sagt Traub.

Dieter Clauss vom Eglisenhof in Esslingen-Sulzgries verzeichnet zwar eine „leicht unterdurchschnittliche Ernte“, ist aber dennoch zufrieden. „Wir dachten zuerst, das Jahr wird schwierig. Aber der Frost hat den Kulturen nicht viel ausgemacht, der Regen ist dem Gemüse zugutegekommen, die Temperaturen waren in Ordnung. Wir sind mit einem blauen Auge durchgekommen“, bilanziert Clauss.

Davon können die Obstbauern im Kreis nicht sprechen. „Im Durchschnitt betrachtet ist das Jahr für den Obstbau ganz schlecht, teilweise sogar katastrophal verlaufen“, sagt Albrecht Schützinger, Kreisfachberater für Obstbau beim Landkreis Esslingen. Aufgrund der milden Temperaturen im März war die Obstblüte drei Wochen eher dran als normal. Dann folgten drei Frostnächte im späten April und die Vorfreude auf eine gute Ernte war dahin. Kirschen, Äpfel und Birnen waren bereits schon weit entwickelt und sind vielfach erfroren. „Abhängig von der Lage und auch der Bodenqualität ging das bis zum Totalausfall. Auf manchen Wiesen, wo man normalerweise neun Tonnen Kirschen bekommt, hat man in diesem Jahr neun Kirschen geerntet“, beschreibt Schützinger.

Auf den Frost folgten bald schon hohe Temperaturen, später starker Regen – „Witterungsextreme, die die Bäume zusätzlich gestresst haben“, sagt Schützinger. Hinzu kommt, dass das Jahr 2016 den Bauern eine reiche Ernte beschert hatte. „Wir haben deshalb in diesem Jahr ein Alternanzjahr, in dem sich die Bäume erholen und sowieso weniger tragen“, erklärt der Fachberater. Insgesamt beziffert er die Einbußen in der Region auf bis zu 80 Prozent. Darunter leiden auch die Betriebe in der Region, die Obst weiterverarbeiten, Saft pressen, Most keltern und Brände erzeugen. „Mancher Betrieb hat da einiges investiert, aber in diesem Jahr schreibt man in den Mostereien und Brennereien kaum Umsätze. Unter dem Strich ist es also für den Obstbau und alles, was daran hängt, ein ganz schlechtes Jahr“, sagt Schützinger.

Joachim Rukwied, der Präsident des Landesbauernverbands Baden-Württemberg (LBV), bestätigt diese Zahlen und spricht auch bei anderen Kulturen von einer „Zitterpartie“. Landesweit betrachtet habe vor allem der Weizen unter der Hitze im Frühsommer gelitten. Dies habe „richtig Ertrag gekostet“, berichtet Rukwied. Der LBV begrüßt daher das Hilfsprogramm, das das Land für von Einbußen betroffene Betriebe aufgelegt hat. Darüber hinaus fordert der Verband jedoch eine Risikoabsicherung, die in anderen EU-Ländern längst Standard ist. „Für alle landwirtschaftlichen Betriebe muss eine steuerlich begünstigte Risikovorsorge möglich werden“, sagt Rukwied.      pst / Foto: bul

Abgestimmt

Sechs Spiele, sechs Niederlagen: Die deutschen Fußballteams haben
zuletzt in Champions- und Europa-League ein Debakel erlebt.
Ist dies Bote eines längeren Niedergangs im internationalen Vergleich?

Foto: dpa

Ein Niedergang?

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Spiegel der Gesellschaft

100 Jahre Soziale Arbeit an der Hochschule Esslingen – Festakt mit Sozialminister

Am 20. Oktober veranstaltet die Hochschule Esslingen einen Empfang im Neckar Forum in Esslingen. Anlass ist das 100-jährige Bestehen der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege. Wie kaum eine andere Disziplin stellt der Fachbereich die tief greifenden Veränderungen in der Gesellschaft dar.

Rund 1000 Studierende, vier Bachelor- und vier Masterstudiengänge, 39 Professorinnen und Professoren, 38 wissenschaftliche Mitarbeiter und 99 Lehrbeauftragte bilden den Fachbereich Soziale Arbeit.

Bis zum Jahr 2018 sollen es 13 Studiengänge sein. Der Bereich wächst, vor allem deshalb, weil die Hochschule mit anderen Einrichtungen kooperiert. So arbeitet sie auf dem Gebiet der Pflege mit der Hochschule in Schwäbisch Gmünd zusammen. Und auf dem Hengstenberg-Areal in der Weststadt, dem Standort des künftigen Neubaus der Hochschule, wird am 8. November der Gesundheitscampus an den Start gehen – die neuen Studiengänge, die dabei entstehen, sind eine Kooperation zwischen der Esslinger Hochschule und der medizinischen Abteilung der Universität Tübingen.

Einen „entscheidenden Schritt und eine große Chance, sich im Bereich Gesundheit zu profilieren“, nennt Christian Maercker, der Rektor der Hochschule, die Kooperation mit der Uni Tübingen. Diese Professionalisierung von Sozialarbeit, von Pflege, Gesundheit und Kindererziehung steht aber erst seit den vergangenen Jahren im Fokus. „Wir sprechen von 100 Jahren Lehre und 50 Jahren Forschung“, sagt Prodekan Thomas Heidenreich. Ein anspruchsvolles Herangehen an die Tätigkeit auf diesem Terrain war aber schon vor 100 Jahren zu bemerken: Die Wurzeln der Fakultät reichen in das Jahr 1917 zurück, als die Soziale Frauenschule des Schwäbischen Frauenvereins gegründet wurde. In einer zweijährigen Ausbildungszeit wurden Frauen, nicht jünger als 20 und nicht älter als 35 Jahre, für ihre Tätigkeiten auf den Gebieten der Gesundheitspflege und Jugendwohlfahrt sowie wirtschaftlichen Fürsorge qualifiziert. Sie mussten für ihre Aufnahme an der Schule eine abgeschlossene Ausbildung auf pädagogischem, krankenpflegerischem und wirtschaftlichem Gebiet vorweisen. In den 60er-Jahren setzte die Akademisierung ein; es entstand die Höhere Fachschule für Sozialarbeit, später wurde daraus die Fachhochschule und im Jahr 2006 fusionierte die FH mit der FH für Ingenieurwesen zur Hochschule Esslingen. Dekanin Astrid Elsbernd steht heute dem größten Fachbereich der Hochschule Esslingen vor. Sie nennt den Fachbereich einen „Spiegel der Gesellschaft“. Sie sieht beispielsweise beim Thema Gesundheit in einer alternden Gesellschaft Herausforderungen, die die klassische Schulmedizin alleine nicht bedienen kann.      bob / Foto: HSE

 

Info: Am Freitag, 20. Oktober, findet ein Festabend im Neckar Forum statt. Unter anderem ist Sozialminister Manfred Lucha dabei. Mehr unter www.hs-esslingen.de.